Engel und Teufel

avat_nervKennen Sie das auch, liebe Kolleg/Innen?
Sie sind im Unterricht und voll in Ihrem Element, und zack – da ist sie: eine Situation, eine Steilvorlage, ein Vorfall, der sich aus dem Geschehen heraus ergibt und zwei Arten der Reaktion zulässt: Entweder bügelt man alles mit der gebührenden Professionalität glatt und macht mit seinem Programm weiter – oder man lässt sich drauf ein, wohlwissend, dass man sich mit seiner unkonventionellen Reaktion seine restliche Stunde komplett sabottiert. So erst wieder kürzlich geschehen in meiner siebten Klasse, wo ich mit der App Sounds im Unterricht erschien, die Jochen Lüders erst kürzlich empfohlen hatte. Hintergrund waren die defizitären Kenntnisse der Klasse, die immer noch nicht die einfachsten Laute in der Received Pronunciation lesen konnten. Das wollte Herr Mess ändern. Und so begab bzw. beg-app er sich mit dem Tablet in die 7A, um mit den Schülern kräftig Aussprache zu trainieren.  Die waren zu Beginn auch mit Feuereifer dabei und sprechen eingegebene Wörter brav nach, versuchen sich im Lesen der Lautschrift und setzen die Phoneme in die entsprechenden Grapheme um – bis Herr Mess entdeckt, dass sich in der App auch einzelne Laute antippen und abspielen lassen. Allen voran die Liquide und dunklen Vokale, die in der Häufung durchaus anrüchig klingen können.
Also Herr Mess: Widerstehen Sie der Versuchung? Oder lassen Sie die pubertierende Schüler zuhören, wie /u:/, /ʊ/, /m/, /n/ und /ŋ/ klingen?
Ratet mal…

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(Für alle Interessierten gibt es zur Urteilsfindung ein Soundfile direkt aus der App)

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9 Antworten zu Engel und Teufel

  1. pimalrquadrat schreibt:

    Großartig! 😄
    So schade es um die eigentliche Planung auch ist, manchmal muss sowas einfach sein. Das zeigt nicht zuletzt auch den Schülern, dass der Lehrer da vorne, in dem Fall eben du, ein Mensch mit Witz und Verstand ist, und nicht nur eine Unterrichtungsmaschine. Und solche Stunden vergisst man so schnell nicht. 🙂

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  2. Enismenisdschungelpenis schreibt:

    Schon irgendwie ein bisschen geil 🙂

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  3. Melanie B. Weber schreibt:

    Rappen lassen. Können die bestimmt. In einen eigenen Song einbauen. Und dann nochmal den ganzen Song in Lautschrift, inklusive der da so schön wiedergegebenen Grunzlaute. Danach passt das mit der Lautschrift, und die Aussprache dürfte ohnehin okay sein … Natürlich sollte das dann auch unbedingt bei der Weihnachtsfeier vorgeführt werden. Anders macht Sprachunterricht doch gar keinen Spaß. 🙂

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    • herr_mess schreibt:

      Ich stelle mir gerade vor, wie die chiq hergerichteten Eltern bei der offiziellen Weihnachtsfeier in der Kirche schauen würden, wenn die Kleinen aufträten und plötzlich mit diesem Stöhnkonzert anfingen… Hm… Bringt mich auf eine Idee 😀

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  4. Melanie B. Weber schreibt:

    So war’s gedacht. 😉

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