Zur Vorbereitung auf den 93. EdchatDE: Blogstöckchen „Geiz ist geil? Wieviel darf Bildung kosten?“

avatarDamit ich auch in den Sommerferien ein bisschen was zu tun habe, wurde mir vom Herrn Blume wieder ein Blogstöckchen zugeworfen – dieses Mal allerdings mit einem Hintergedanken, denn der Gedankenaustausch soll dem nächsten EdchatDE vorausgehen und die Teilnehmer, zu denen ich mich nach langer Abstinenz endlich wieder zählen kann, aus der Reserve locken. Die Fragen, die von den Moderatoren Andreas Wittke und Anja Lorenz gestellt wurden, sind der Anzahl fünfe und haben sich dank ihrer Prägnanz recht schnell unter den Twitterati verbreitet:

Was waren die letzten 3 Bildungsressourcen (Materialien, Bücher, Kurse, Workshops, Konferenzen, Devices/Hardware…), die Du kostenlos bekommen und verwendet hast?

Spontan fällt mir da meine letzte Fortbildung ein. In ihr ging es um den sinnvollen Umgang mit Whiteboards. Ich hab innerlich nach 10 Minuten abgeschaltet, als ich gemerkt habe, dass diese ePens einfach furchtbar umständlich sind, und sich alles mit Tablet und Stylus viel intuitiver lösen lässt. Außerdem sieht meine Handschrift dann auch nicht wie kindliches Gekrakel aus, was bei den ePens ausnahmslos der Fall ist.
Nummer 2: eine komplett annotierte, online verfügbare Version von Oscar Wildes A Lady of No Importance, die ich mit meiner Oberstufe gelesen habe. Völlig kostenlos und sofort für alle zu haben: Keine Bestellzeiten, kein nerviges Einsammeln von Geld und Abhaken auf Listen. Am Montag im Kurs verkündet, am Dienstag mit dem Lesen begonnen. Jeder auf einem Kulturzugangsgerät seiner Wahl. Lief super!
Als dritte „Ressource“ möchte ich – und ich hoffe, sie sind mir nicht böse – meine Twitter-Kollegen nennen, die zu allen Anfragen immer sehr kompetente Antworten wissen. Da soll einer sagen, dass guter Rat teuer ist. Deren Expertise fände ich nämlich in keinem im Handel erhältlichen Buch der Welt. Zumindest nicht in einem zur lateinischen Mediendidaktik 😉

Und was waren die letzten 3 Bildungsressourcen, für die Du (oder Dein/e Arbeitgeber/in) Geld ausgegeben hast?

Evernote ist und bleibt mein ständiger Begleiter und wirklich das einzige Programm, für das ich aus voller Überzeugung ein Jahresabo abgeschlossen habe. Die klare Struktur des Programms und die unglaubliche Flexibilität haben mir das Leben in allen Bereichen erleichtert und im Falle Unterricht sogar bereichert! (Und was sich reimt, ist gut.)
Ressource für mich sind auch die Eindrücke, die man von einer Kultur beim Reisen gewinnt, um sie gewinnbringend dann auch im Unterricht zu nutzen. So wie mein jüngst erfolgter Griechenlandurlaub, der das Angenehme mit dem Nützlichen verbunden hat. Cicero wäre stolz auf mich 🙂
Dieses Jahr kam als dritte Ressource auch entsprechend neue Hardware dazu, für die ich in der Regel ich selber aufkam: EZcast, Handbeamer. Das ging schon gut ins Geld…

Betrachte diese 6 Punkte und überlege, ob es für Dich einen Unterschied macht, ob Du für etwas im Bildungsbereich Geld investiert hast oder nicht.

Das würde ich differenzieren: Wenn es um tatsächliche Inhalte geht, sind wir mittlerweile in einem Bereich, in dem wir viele, pädagogisch hervorragend aufbereitete Materialien im Netz rumschwirren haben, die man – entsprechendes Layout vorausgesetzt – auch so im Buchhandel kaufen könnte. Teilweise sind Online-Angebote dem Medium Buch sogar schon überlegen, weil neue Trends rasend schnell in bestehendes Material aufgenommen werden können.
Auch bei der Software und den nutzbaren Programmen für Unterricht und dessen Vorbereitung sind mittlerweile fantastische Programme dabei, die den Vergleich mit kommerziellen Pendants nicht scheuen müssen: LibreOffice statt Microsoft Office; Gimp statt Photoshop; und erst recht im App-Bereich wird man in der Regel immer fündig. Und das ohne irgendwelche Zusatzkosten. Vor 20 Jahren noch undenkbar!
Einen tatsächlichen Mehrwert bringen diese neuen Möglichkeiten jedoch nur, wenn man bereit ist, bei der Hardware finanziell Eigeninitiative zu zeigen und in Geräte zu investieren, die mehr ermöglichen, als es ein regulärer Tafelanschrieb könnte. Das bedeutet nicht, dass die Inhalte ohne entsprechende Investitionen in die Hardware nicht auch traditionell im Unterricht behandelt werden könnten. Die puren Inhalte lassen sich auch so an die Klasse weitergeben. Mit entsprechender Technik ist die Auseinandersetzung damit allerdings viel intensiver, weil sich ganz neue Möglichkeiten der Kollaboration ergeben, aus denen sich in gruppendynamischen Prozessen viel mehr rausholen lässt als mit dem typischen Modell „Gruppenarbeit – Ergebnisse hinterher vortragen – dann besprechen – dann an Tafel sichern“. Mit entsprechenden Tools lassen sich diese vier Phasen gleichzeitig erledigen.

Wann gibst Du für etwas Geld aus? Wann sind für Dich kostenlose Bildungressourcen die bessere Lösung?

Ich bin relativ schnell begeisterungsfähig. Bis ich aber den Geldbeutel zücke, dauert es recht lange. Ich bin ein Kopfmensch und lasse mir für solche Entscheidungen recht viel Zeit, vergleiche, wäge ab. Allein der Kauf eines neuen Sofas kann so schon mal ein halbes Jahr in Anspruch nehmen. Bei sog. Bildungsressourcen ist das genauso. Wenn ich alles durchgetestet habe, bin ich eigentlich recht zielstrebig und weiß, was ich will. Dafür gebe ich mein Geld für derlei Dinge selten aus. Aber wenn, dann gerne.

Hast Du selbst schon OER oder kostenpflichtige Lerninhalte ins Netz gestellt?

Wenn man meine Technik-Seiten im Blog zählen möchte, habe ich schon eine Menge kleiner Online-Fortbildungen gegeben 😉 Kommerziell war ich schon bei zwei Projekten von Schulbuchverlagen dabei, die bislang vor einem Online-Angebot zurückschrecken. In Bayern ist sowas wohl nicht profitabel, weil der Umgang mit digitalen Medien IM Unterricht immer noch sehr restriktiv gehandhabt wird.

So, damit wäre ich warm gelaufen und freue mich auf den Austausch mit den Kollegen. Allen voran mit denen, die ich hiermit fürs Stöckchen nominieren möchte – soweit sie nicht im wohlverdienten Urlaub sind:

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3 Antworten zu Zur Vorbereitung auf den 93. EdchatDE: Blogstöckchen „Geiz ist geil? Wieviel darf Bildung kosten?“

  1. Peter Ringeisen schreibt:

    Vielen Dank für die Nominierung 🙂
    Und hier ist mein Beitrag auf Tulgeywood.

    Gefällt mir

  2. Pingback: Evernote => WordPress dank Zapier | Herr Mess | quisquilia

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