Fast am Ende

stapelavat_freuBehold! Hier ist er. Der letzte Korrekturstapel dieses Jahres. Ich fix. Er fertig. In diesem Jahr eine von gefühlt 30 Schulaufgaben, die ich über die letzten 10 Monate erstellen musste. Das klingt nach einer riesigen Anzahl, trifft es aber ziemlich genau, wenn ich tatsächlich nachrechne. Von den 16 Schulaufgaben in diesem Jahr, die offiziell stattfanden, musste ich in 14 Fällen (!!!) Nachschriften zusätzlich erstellen, weil am Prüfungstag jemand fehlte. In 14 von 16 Fällen! Das ist mehr als ärgerlich, denn das ist fürchterlicher Zusatzaufwand, den mir kein Kultusministerium der Welt bezahlt. Natürlich könnte ich jetzt eine alte Schulaufgabe nehmen und auf den Kopierer legen. Wie ich aber von einschlägigen Mamis Quellen erzählt bekommen habe, haben die örtlichen Nachhilfeinstitute mittlerweile zu sämtlichen Lateinschulaufgaben und – lehrern Karteien angelegt, in denen sie die magna opera der jeweiligen Kollegen und meiner Wenigkeit horten (und sich damit nebenbei bemerkt eine goldene Nase verdienen).
Wie schaut denn das bei euch an den Schulen aus? Sind die Ausfallzahlen bei Schulaufgaben bei euch ähnlich? Oder schreckt ihr potentielle Nachschreiber (die tendenziell ja auch immer dieselben Leute sind) mit ein paar grausamen Kniffen erfolgreich ab?

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15 Antworten zu Fast am Ende

  1. das Mariechen schreibt:

    Mein Standard-Kommentar: „Leichter wird es dadurch nicht“. Vor einigen Jahren hatte ich in einer 9. Klasse einen Präzedenzfall, als ein Großteil der Klasse gefehlt hat: Die „reguläre“ Arbeit hatte einen Schnitt von 2,9, der Nachholtermin (an dem 11 von 31 Schülern teilgenommen hatten, die sich dadurch einen Vorteil – ein Wochenende mehr zum Lernen – erhofft hatten) hat es auf einen Schnitt von 4,7 gebracht. Diese Ergebnisse zitiere ich immer wieder gern vor anstehenden Arbeiten.
    Ursache für die krasse Differenz im Ergebnis war zum Einen das unterschiedliche Begabungsprofil der „Probanden“ – wer Mathe kann, macht nicht „krank“ und lädt sich dazu einen zusätzlichen Nachmittagstermin auf – zum Anderen die unterschiedliche Aufgabenstellung. Arbeit 1: Eine Aufgabe Wurzel-Rechnung; eine Aufgabe lineare Gleichungssysteme. Nachholtermin: Zwei Aufgaben lineare Gleichungssysteme; eines davon mit Wurzel-Koeffizienten, das andere mit Brüchen. Arbeit 1: Textaufgabe mit natürlichen Zahlen; Nachholtermin: Textaufgabe mit negativen Zahlen und rationalen Zahlen.
    Besonders „gemein“ war das nicht – die Aufgabe mit dem Wuzel-Gleichungssystem war sogar (mit denselben Zahlen!) als Hausaufgabe auf und im Unterricht ausführlich besprochen. Allerdings war die Hausuafgabenquote bei den „Nachholterminlern“ nie bsonders hoch …

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    • herr_mess schreibt:

      Das ist natürlich der andere Punkt. Der Unterricht arbeitet ja klimatisch auf die Schulaufgabe hin. Wenn zu dem Termin dann die Leute fehlen, hat man sein bestes Pulver sozusagen verschossen. Da bleiben für die Nachholschulaufgabe nur Fragestellungen übrig, die nicht so dolle sind. Aber dennoch: Hast du bei dieser Anzahl an Fehlenden nicht getobt? Da würde ich total ausrasten!

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  2. Anna schreibt:

    Habe diese Woche eine Mathe-Klassenarbeit beaufsichtigt, da waren 13 der 28 Schüler krank. Der Mathe-Lehrer hat sie drei Tage später nachschreiben lassen, unangekündigt. Dadurch hatten die Schüler an dem Tag zwei Klassenarbeiten. Ob das einer rechtlichen Klage standhalten würde, weiß ich nicht. Außerdem wurden sie für die Nachschreibarbeit aus dem regulären Unterricht rausgenommen. Das ist an unserer Schule sowieso eine Unsitte. Andrerseits verstehe ich die Kollegen, denn es sind immer wieder die gleichen Schüler, die bei KAs fehlen und so viele Klassenarbeiten können sie bei den Nachschreibeterminen, die alle zwei Monate für die Schüler aller Klassen am Nachmittag stattfinden, gar nicht nachschreiben.
    Stolz erzählte mir die Französischlehrerin dieser 10. Klasse, wie sie es erreicht hatte, dass die Schüler bei ihr bei der Klassenarbeit vollständig da waren: Sie hatte ihnen den Text, der bei der Klassenarbeit zur Mediation dran kam, vorher ausgeteilt und gesagt, der käm dran, bei einem Nachtermin natürlich ein anderer. Das erinnert mich an mein Zeugnis in der 1. od. 2. Klasse, in dem stand: „Geübte Texte liest sie flüssig.“

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  3. einjohannes schreibt:

    Ist es nicht eigentlich egal, ob 1, 2 oder 12 Schueler nachschreiben muessen? Die neu zu stellende Schulaufgabe ist doch die selbe in dem Fall?
    Wenn eine Lehrkraft die zu bearbeitende Aufgabe vorher raus gibt, darf man sich nicht wundern. wenn (wie in einer Parallelklasse) Schueler die Schulaufgabe daheim vorschreiben und dann waehrend der Schulaufgabe austauschen (Koordination mit Kollege, der die Kehrkraft kurz etwas fragt und – zack!)

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    • herr_mess schreibt:

      Mir persönlich ist es egal, ob es drei oder dreizehn Schüler sind. Am liebsten wäre es mir, wenn die Leute geschlossen zu einer Schulaufgabe erscheinen. Interessanterweise ist das bei meinen Oberstufenkursen immer der Fall. Da sind alle anwesend. Immer. Mich nervt’s eher, wenn gewisse Leute immer absichtlich fehlen, weil sie wohl meinen, durch einen späteren Termin einen Vorteil zu bekommen. Nur ist dem nicht so.
      Ich geh mal davon aus, dass der Kommentar zum Thema „Aufgaben vorschreiben“ sich auf den Kommentar vorher bezieht. Sowas wäre bei uns überhaupt nicht machbar. Da muss nur einer petzen, und die Hölle würde losbrechen. Ist ja auch völlig unsinnig. Durchs Auswendiglernen ist ja noch lange nicht bewiesen, dass die SuS es können…

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      • einjohannes schreibt:

        Das Problem gab es (soweit ich mich erinnern kann) eigentlich nie bei uns, dass jemand krankheitsbedingt eine Schulaufgabe schwaenzt. Eine Extemporale vielleicht. Aber die muss man ja nicht Nachschreiben.
        Genau, da habe ich mich auf den Kommentar bezogen. Wer sagt, denn, dass es um’s ‚koennen‘ geht? Fuer die Note wird gelernt. (In meinem Fall ging es um Deutsch, da geht vorschreiben ganz gut glaube ich. Aber selbst ohne vorschreiben hat man wenn man genau weiss was drankommt einen grossen (auch zeitlichen) Vorteil)

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        • herr_mess schreibt:

          Naja, in Latein und Englisch bekommen die schon andere Texte, als ich sie im Unterricht besprochen habe. Wo kommen wir denn da hin? Aber ich hab schon mal gehört, dass manche Mathelehrer für Schulaufgaben tatsächlich alte Aufgaben einbauen, um die Leute zum Wiederholen zu bewegen. Sehr dubiose Methode, wenn du mich fragst :-/

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          • einjohannes schreibt:

            Oh, ich meinte das anders: Den neuen Text fuer die Schulaufgabe gab es eine Stunde vorher („Folgende Szene aus folgendem Werk wird besprochen:“) Also war die Aufgabe schon neu. Aber eben auch vorher allen Schuelern bekannt (die diese Leer…oh…Lehrkraft hatten)

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  4. EinHerzFürNerds schreibt:

    Also bei uns hat sich die Anzahl der Nachschriften (in der Oberstufe) deutlich verringert, seit die Nachschreibtermine am Samstagvormittag liegen 🙂 Für die Unter- und Mittelstufe ist das allerdings noch keine Lösung, da es dort keine zentralen Termine gibt. Es hilft aber meist, die SuS direkt nachschreiben zu lassen, wenn sie wieder da sind (vorausgesetzt, es war keine längere Krankheit, es sind an dem Tag noch keine bzw. in der Woche noch nicht zwei Klassenarbeiten,…).

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  5. Andrea schreibt:

    Ich verlange von fehlenden Schülern immer ein Attest. Ob das „legal“ ist oder nicht. Dann dürfen die Schüler nachschreiben und zwar am Ende des Halbjahres über das gesamte Halbjahr.

    Die Nachschreiber der letzten Jahre kann ich an einer Hand abzählen.

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  6. FrauSchuetze schreibt:

    Ich versuche es mit positiver Verstärkung: zum Klausurtermin gibt es von mir selbst gebackene Cookies oder Brownies, Tee oder Kaffee (wenn sich die Schüler eine Tasse mitbringen, ich habe aber auch 3 oder 4 Reservetassen da) und ich stehe für Fragen zur Verfügung. Meist sind es nur solche „Dürfen wir Stichpunkte schreiben?“-Fragen (NEIN!!!), aber es beruhigt die meisten doch ungemein. Nachschreiber gehen zu einem Kollegen in den Kurs und schreiben nach, wenn dort der Kurs nachschreibt und wenn der betreffende Schüler keinen Unterricht hat. Ich habe recht selten Nachschreiber.

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  7. mkuh schreibt:

    Hallo
    schon mal überlegt die Nachhilfeinstitute trocken zulegen ?
    Die alten Schulaufgaben einfach ins Netz stellen oder den Schülern mitgeben

    Viele Grüße

    mkuh

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    • herr_mess schreibt:

      Naja, es gibt ja auch einige Kollegen, die ihre alten Schulaufgaben MINIMAL abgeändert nach ein paar Jahren wieder rauskramen, um sie nochmal zu schreiben. Diese Möglichkeit der Neuschrift wäre ja dann schlecht möglich, weil die Wahrscheinlichkeit viel höher ist, dass jemand die alte Schulaufgabe erkennt und zuhause schon vorgeübt hat.

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