Die spinnen…

avat_lachenYay, Asterix! Groß war die Freude, als ich die aktuellen Bierfilzel des ehapa-Verlags in den Händen hielt. Für Lateinlehrer sind die Gallier nämlich ein gefundenes Fressen, da sie sich selbst in der neunten Klasse noch ganz wunderbar für Caesar und seine Expansionspolitik ausschlachten lassen. Die Abenteuer um die Mannen von Uderzo und Goscinny sind hervorragend recherchiert und stellen mit ihren zahlreichen historischen Anspielungen echtes Edutainment dar. Daher ergreife ich auch ganz gierig die Bierfilzel, die sich meine Nichte unter die Finger gerissen hat, um sie stolz ihrem latinophilen Onkel zu präsentieren. Der ist auch sehr ergriffen von soviel Hilfsbereitschaft und blättert eifrig die feschen Sprüche durch, die man Miraculix, Troubadix und dem afrikanischen Piraten in den Mund legen möchte – letzteren übrigens in einer bildlichen Repräsentation, bei der man wohl heute in Deutschland mit faulen Eiern und Fisch beworfen werden würde. Und das völlig zu Recht.
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Aber nicht nur deswegen sticht das letzte Filzel hervor. Auch der lateinische Spruch, der die Szenerie betitelt, macht den Anschein, als würden die Verlagsleute nicht wirklich wissen, was sie da abgedruckt haben. Denn so wie der Satz da steht, heißt er rein gar nichts. Bild

Ein Verb namens „bergere“ gibt’s nämlich schlichtweg einfach nicht. Die deutsche Übersetzung „es geht unter“ lässt dran denken, dass es sich hier wohl um das Verb „mergere“ (untergehen) handeln soll. Ein Blick auf eine Fanseite gab mir dann auch Recht. Offensichtlich handelt es sich hier um eine Verballhornung der Phrase „Fluctuat nec mergitur“, die ein verschnupfter Legionär in einem Asterix-Comic etwas nasal ausspricht. Warum er dabei auch die Satzstellung umdrehen muss, ist mir nicht ganz klar. Ebenso wie man so etwas als authentisches Zitat ausweisen kann.
Das ist wie einem lispelnden Yoda ein Shakespeare-Zitat unterschieben zu wollen:
yoda
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Eine Antwort zu Die spinnen…

  1. daphy98 schreibt:

    Richtig cool von Ihnen, dass Sie Asterix im Unterricht verwenden! 😀 Unsere Lateinlehrer haben sich leider nie dazu überreden lassen, nur in unserer allerletzten Lateinstunde unseres Lebens durften wir einen Asterix-Film schauen, allerdings auch mit lateinischen Untertiteln (was auch immer das bringen mag).

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