Tempus fugit: Zeitverbrauch eines Abiturs

avat_freuEs ist vollbracht. Das Abitur 2014 ist offiziell im Kasten. Kiloweise Korrekturen sind nun endlich durch, Rotstifte verschlissen, und die Schüler bis auf ein bis zwei Ausnahmen sehr glücklich. Sie haben super gearbeitet, meine Schützlinge, und einen sehr beachtlichen Schnitt erzielt, der sich irgendwo um die 2,0 bewegt. Ein tolles Ergebnis von einem tollen Jahrgang! Die Arbeit hat sich anscheinend wirklich gelohnt.
Dass die Abiturienten für ihre Schnitte hart zu ackern haben, ist hinlänglich bekannt. Aber hat sich schon einmal jemand die Mühe gemacht, mal zu dokumentieren, was die Kursleiter so leisten müssen. Vor allem die Arbeitsstunden, die für die Korrektur des Abiturs so drauf gehen, gelten als absolute Zeitfresser. Wieviel allerdings an Stunden und Minuten dafür vertilgt wird, weiß wohl keiner so recht. Außer mir 🙂 Ich hab mir dieses Jahr die Mühe gemacht, die unterschiedlichen Phasen der Abiturprüfungen mitzudokumentieren. Das Ergebnis folgt sogleich. Also: Keine Wetten mehr, rien ne va plus!

Vorbereitungen:

  • Vorbereitung zur mündlichen Vorprüfen (Recherchieren von passenden Cartoons und Diskussionsthemen): 210 min
  • Vorbereitung zum Colloquium: 610 min
  • Kopieren und Einscannen von Prüfungsaufgaben zur Vorbereitung: 120 min

mündliche Prüfungen:

  • mündliche Vorprüfung zum schriftlichen Englischabitur: 8.00 – 14.30: 390 min
  • Kolloquium (nur echt mit K!): 465 min
  • mündliche Nachprüfungen: 40 min

Essen und Trinken

  • verbrauchte Espressi: 24

Aufsichten

  • Aufsicht während der Abiturprüfungen: 145 min

Korrekturen

  • Erstkorrektur: 1350 min
  • Nachbesprechung zur Erstkorrektur: 390 min
  • Zweitkorrektur: 526 min

Rechnen

  • Eintragen und Checken von Ergebnissen: 310 min.

Versammlungen

  • Bekanntgabe der Ergebnisse und Beratung: 90 min.

Gesamtergebnis: 77 h 26 min

 

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11 Antworten zu Tempus fugit: Zeitverbrauch eines Abiturs

  1. Peter Ringeisen schreibt:

    Ein Lob für die saubere Buchführung! – Ich sitze noch an der Zusammenstellung meiner mündlichen Zusatzprüfungen.

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  2. muetzman schreibt:

    Ich logge immer meine Arbeitszeit mit der App Eternity, die ihren Preis wert ist. Man legt eigene hierarchisch strukturierte Arbeitstätigkeiten an. Die Auswertung erfolgt in beliebigen Zeiträumen – auch graphisch und mit Export nach Excel. Die App hat kein besonders trendy Design, ist aber sehr funktional. Bei mir läuft die Uhr immer beim Arbeiten mit.

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    • herr_mess schreibt:

      Auf den Gedanken, eine App die ganze Dokumentierarbeit zu machen, bin ich noch gar nicht gekommen! Nutzt du sie zur Optimierung deiner Arbeitsabläufe oder liebst du einfach die Kontrolle ;-)?

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      • muetzman schreibt:

        Meine Arbeitsabläufe sind schon optimal – von Schülern und Kollegen gestört :-). Pausenlos kommt jemand in mein Büro und will etwas ganz Kurzes. Es benötigt Disziplin, die App meine Arbeitszeit dem richtigen Konto zuzuordnen zu lassen, da ich (in Pausen) teilweise alle paar Minuten etwas anderes mache, aber so habe ich einen Überblick über die verwendete Zeit – als reine Kontrolle. Als Mitglied der Schulleitung habe ich so viele verschiedene Aufgaben, für die ich ja auch anteilig Arbeitszeit angerechnet bekomme, dass mich einfach interessiert hat, wie viel Zeit für bestimmte Sachen wirklich nötig ist.

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  3. Maggy schreibt:

    Da habe ich mit 75 Stunden am genauesten geschätzt. 🙂 (Zumindest von den Angaben in den Kommentaren unter dem verlinkten Beitrag.)

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  4. teacheridoo schreibt:

    Ich hoffe, man hält mich nicht für arbeitsscheu, wenn ich zugebe, dass mich diese Stundenzahlen schocken und inzwischen auch zum Zweifeln bringen… wo bleibt da noch das eigene Leben? (Oder sind das jetzt gar keine Wochenstunden?)

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  5. Frau Henner frauhenner.blogspot.com schreibt:

    Hut ab fürs Mitprotokollieren.
    Jetzt genieß einfach die freie Zeit, die sich ergibt, da die Abiturienten weg sind!
    Manchmal holt mich schon das schlechte Gewissen ein, wenn ich vormittags durch die Felder jogge und mein Nachbar fragt: Heut gar keine Schul? Eigentlich müsste man sagen: Nö, hab ich schon rausgearbeitet.

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  6. Charlotte schreibt:

    Wow, das ist effizient. Ich hatte nur 15 Abiturienten und habe ca. 40 Stunden für alles gebraucht. Aber wirklich, vielen Dank, jetzt können wir alle Leute auf diese Seite verweisen, die Lehrer (in Bremen insbesondere Gymnasiallehrer) als faul bezeichnen.

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