Wenn einer eine Reise tut…

avatar… dann könnt ihr was erleben! Nämlich jede Menge Fotos. Wer mir über Twitter folgt, wird die letzten Wochen mit zahllosen Miniatur-Panoramen bombardiert worden sein. Sorry dafür. Ich gestehe: Ich war zum ersten Mal in den USA, und jeder soll es mitbekommen!

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Das gigantische Monument Valley

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Sonnenaufgang in Kayenta, Arizona

Als Englischlehrer finde ich die Staaten super. Denn so ähnlich uns die Amerikaner sind (oder sie uns?), so völlig anders sind sie zur gleichen Zeit. Alles ist hier immer ein bisschen größer, abgedrehter, überdimensionierter als hier. Hier gilt eine 0,5l-Coke im Restaurant als small size, ein Zimtbagel mit Hackfleisch und scrambled eggs dazwischen als Delikatesse, und ein Queensize-Bett mit 1,40m-Durchmesser als Standard für Einzelschläfer. Diesen skurrilen Hang zur Megalomanie, mit der Generationen von Amerikanern aufgewachsen sind, durfte ich hier zum ersten Mal hautnah erleben. Aber man kann ihn und auch sie irgendwo verstehen, wenn man hier gewesen ist.

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Cinnamon Bagel mit Bacon, scrambled eggs und Hackfleisch. Tasty? Yeah…

Let’s face it: Die USA hat eine gigantische Staatsfläche von fast 10 Millionen Quadratkilometern, von denen nur ein Bruchteil de facto besiedelt ist. Allein im Südwesten, wenn man von Nationalpark zu Nationalpark tingelt, wird man schnell Zeuge davon: Diese endlosen Steppen, in denen sich mal verdorrtes Gestrüpp tümmelt, mal diverse Joshua Trees, dann saftige Wiesen und Nadelbäume, soweit das Auge reicht, üppig bewachsen, wie im Yosemite National Park. Und manchmal auch gar nichts wie im Death Valley.

PANO_20130827_170019 Nur brütende Hitze bei 44°C. Und durch all diese Vegetationsstufen, Klima- und Zeitzonen zieht sich ein roter Faden aus dunklem Asphalt. Die berühmten Highways, die sich kerzengerade vor einem bis zum Horizont erstrecken und jedem, der sich darauf befindet, ein Gefühl von grenzenloser Freiheit verleihen. Eine Nation, die diesen Eindrücken nicht so wie ich nur ein paar Wochen ausgesetzt war, sondern damit aufwächst, kauert nicht mehr auf einer 90cm-Matratze oder trinkt eine 0,2-Coke. Hell no, the sky is the limit, baby.
SAMSUNG DIGITAL CAMERADass dieses allgegenwärtige Freiheitsdenken teilweise komische Blüten treibt, ist uns ja hinlänglich bekannt. Für eine bayerische Landpomeranze wie mich wurde das vor allem an einer Stadt wie San Francisco deutlich – für die Amerikaner DAS Paradebeispiel für einen Ort, der unter seiner Liberalität eine ganz besondere Stadt-Population hervorgebracht hat. Hier kann jeder so sein wie er will – und jedem ist es egal. Das kann ein stereotyper Hippie aus Haight Ashbury sein, der bekifft mit seinen Drumsticks auf alles eintrommelt, was ihm in den Weg kommt. Oder ein Straßenbettler, der mal eben die Market Street entlang schlendert – bekleidet mit nichts anderem als einem Unterhemd. Der Höhepunkt war für mich persönlich aber ein schwarzer Transvestit, der mitten auf der Straße seinen Dingdong aus seinen Hotpants rauszog und beim Verrichten seines kleinen Geschäfts völlig ungezwungen Passanten in Gespräche verwickelte. Ich verzichte an dieser Stelle mal auf entsprechende Fotos. Vielleicht bekommen wir das Bild mit dem Union Square wieder aus dem Kopf:

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Aber wie gesagt: So sind sie halt, die Franziskaner. Der Großteil der Amerikaner ist unglaublich toll. Und das meine ich ganz ehrlich. Ich glaube, ich habe schon lange nicht mehr so viele hilfsbereite, höfliche Menschen an einem Ort gesehen. Selbst das Anstehen geht zivilisierter voran als bei uns. Und das will was heißen. Immerhin sind wir die Kings of Queueing. In Sachen casualness haben wir noch einiges zu lernen. Vielleicht sollten wir’s einfach so machen wie die Seelöwen auf Pier 39. Ungefähr so:
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7 Antworten zu Wenn einer eine Reise tut…

  1. quizzymuc schreibt:

    Klasse geschrieben und entspricht zu 100 % meinen Erfahrungen, wobei ich noch ein paar nette Erlebnisse von New York, Washington, Florida und Los Angeles beisteuern könnte – ach, ich krieg jetzt so richtig Sehnsucht danach! Essenstechnisch war’s allerdings in Dänemark ähnlich und die Autobahnschilder hatten die gleiche Farbe wie in den USA 😉
    Liebe Grüße
    Renate

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  2. diereferendarin schreibt:

    Ich will auch irgendwann mal nach SF und mir die Nationalparks anschauen! ich hoffe, es gibt noch mehr Fotos? 🙂 ich schaue mir doch so gerne Fotos an!!!

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  3. KC schreibt:

    Wie in aller Welt isst man denn diesen Bagel, das ist ja Döner für Fortgeschrittene?

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